Zum jährlichen Brunch der Garde übernahm der Vorsitzende Frank Wendler in Vertretung des Präsidenten Frank Kindervatter die Moderation an diesem Morgen.
Zunächst begrüßte er Oberbürgermeister Felix Heinrichs, der es sich auch sofort nicht nehmen ließ, ein paar Worte an die Gäste zu richten. Wenn die Prinzengarde einlädt, kommen die Unternehmenschefs, die Bänker, die Pulvermeister sowie weitere gute Freunde und das bedeute eine Wertschätzung gegenüber der Garde. Weiter dankte er der Garde, die das Prinzenpaar begleiten und dies tun, um Freude zu verbreiten. Man solle das Leben nicht so ernst nehmen, denn Karneval sei Spaß an der Freud. Weiter hoffe er, dass es in der nächsten Session so gut weitergehe.
Dann begrüßte Wendler jeden einzelnen Gast mit Namen sowie das Prinzenpaar Michael und Novesia Cindy aus Neuss mit Hofstaat, unser tolles Prinzenpaar Marc und Niersia Janine mit Hofstaat sowie das Kinderprinzenpaar Luis und Annick mit Hofmarschall Hajo Hering.
Nach einem tollen Frühstück heizte Niklas Quade, Stadt-Hoppeditz und Ex-Kinderprinz, die Gäste mit seinem phantastischen Repertoire an Liedern so richtig an.
Auch ist es an diesem Morgen üblich, dass die „Josef und Hilde Wilberz-Stiftung einen Scheck für eine Institution überreicht. In diesem Jahr ging der Betrag in Höhe von 1.111 Euro an „Zornröschen“. Zielsetzung des Vereins ist die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind, sowie die Beratung der Bezugs- und Vertrauenspersonen.
Im weiteren Verlauf des Vormittags erhielten Christian Ernst und Heinz Kleef die Ehrengabe der Garde. Ernst für seine geleistete Arbeit und Kleef für die Arbeiten, die er immer noch übernimmt. Fritz Hempel, ein Urgestein der Garde, wurde zum Ehrenmitglied ernannt.
Im Schlepptau des Prinzenpaares Marc und Niersia Janine war natürlich auch der MKV-Vorsitzender Gert Kartheuser. Er war begeistert von der neuen Location sowie dem tollen Frühstücksbuffet. Weiter gratulierte er der Garde, denn sie hätten in der bisherigen Session hervorragend mitgearbeitet und seien auf allen Veranstaltungen anwesend gewesen. Weiter war er begeistert von der tollen Nachwuchsförderung in der Garde.
Für das Prinzenpaar war das ein toller Auftritt, ohne dass sie Singen mussten. Marc wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass nicht nur der Veilchendienstagszug 90 Jahre alt werde, sondern dass Anfang Januar 1936 ein Schlachtruf für Karneval gesucht und mit „Halt Pohl“ gefunden wurde, er ist also auch genauso alt. Weiter führte er aus, dass der Landtag in Düsseldorf den Aschermittwoch abschaffen würde und man sie also noch länger ertragen müsse.
Für Prinzessin Janine war es bisher eine tolle Zeit, aber sie freue sich schon jetzt, wenn sie im nächsten Jahr wieder in rot-grau auf den Bühnen stehen könne.
Aber zum Karneval gehören Orden und so erhält jeder amtierende Prinz den Großorden der Garde, so auch Marc für sein soziales Engagement. Ebenfalls überreichte General-Appellmeister Helmut Wallrafen den Orden des Rugby-Clubs Aachen, dessen Präsident er ebenfalls ist.
Dann stand zum zweiten Mal eine ganz besondere Ehrung an und zwar die Verleihung des Ehrensterns der Sonderklasse an einen ganz besonderen Menschen und zwar an Bernd Gothe, der auch liebevoll „Elefant“ genannt wird.
Die entsprechende Laudatio hielt sein Freund und langjähriger karnevalistischer Weggefährte Hans-Peter Jansen.
Gothe wurde im September 1940 im Stadtteil Eicken geboren. Obwohl er 1970 bzw. 1985 den beiden ansässigen Prinzengarden beitrat, war er ein Spätberufener in Sachen Karneval.
Im Jahre 1985 zog es ihn mit seiner Inge als Prinzenpaar auf den Narrenthron von Mönchengladbach. Der Prinzenorden war, wie sollte es anders sein, aus Edelstahl und sah aus wie eine Schneeschaufel, passend zu dem Wetter, was damals herrschte.
Das Narrenschiff Mönchengladbach war in den Jahren 1985-1986 etwas ins Schlingern geraten und es musste frischer Wind her. Der damalige Kommentar von Heinz Rippen, Prinz 1979, war: komm mich blos net met ene Rheer – da jon mer kapott dran. Trotzdem wurde Gothe 1987 zum Vorsitzenden des MKV gewählt.
Mit Bernd Gothe hat der Karneval in unserer Stadt einen großen Aufschwung genommen und überschwappend über den ganzen Niederrhein.
Weiter habe er unzählige Ehrungen bekommen, die hier nicht im Einzelnen aufgeführt werden können.
Von Anfang an lag ihm das Karnevalsmuseum am Herzen. Ob Ausbau, die Errichtung der Prinzenpaarsäulen und die Skulptur des Hoppeditzes am Fuß des Abteiberges, er stand den Leuten des Alten Zeughauses immer helfend zur Seite.
Ein besonderes Sorgenkind war für ihn der Veilchendienstagszug. Der Zug sollte ein Aushängeschild der Stadt werden, was er zum großen Teil auch geschafft hat.
Er habe oft ans Aufgeben gedacht, konnte aber immer wieder zum Weitermachen überredet werden. Auch wenn es nicht so gut lief war sein Spruch: wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, soll man den Kopf nicht hängen lassen.
Wendler und General-Appellmeister Wallrafen überreichten Gothe dann den Ehrenstern sowie die entsprechende Urkunde.
In seiner Dankesrede freute Gothe sich, Mitglied in seiner Garde zu sein, die lebe und er sei stolz, diese Mütze tragen zu dürfen.
Sein zweites Prinzenpaar seien Hans-Peter Jansen mit Gattin Gertrud gewesen und sie seien ihm ans Herz gewachsen. Viele aus den karnevalistischen Reihen haben ihn unterstützt und auch die Stadtsparkasse. Von dieser erhielt er den Betrag von 80.000 DM, aber nicht umsonst. Als Gegenleistung musste er es im ersten Jahr schaffen, dass der Karneval in Mönchengladbach lebensfähig wäre.
Auch viele Menschen der Stadt haben ihm geholfen, das Schloss Rheydt wieder zu dem zu machen, was es heute ist und es sei traurig gewesen, dass es viele nicht kannten.
Aber das Wichtigste im Leben sei, dass die Menschen bereit seien, sich für andere einzusetzen im Ehrenamt. Sein Wunsch für die Zukunft war, dass die Menschen sich einsetzen für das Land und für die Stadt. Sein Schlusswort war dann: allein kann man nichts beweisen, sondern nur zusammen.
Mit einem Clown beschenkte er Hilde Trumm, die mit ihrem Mann Horst Prinzenpaar 1999/2000 waren, denn auch diese Beiden waren für Gothe ein Prinzenpaar mit Herz und für seinen Freund Hans-Peter Jansen hatte er ein Bild mit einem Elefanten aus „natürlich“ Edelstahl parat.
Nach einem phantastischen Mittagessen endete der Brunch mit den „Fidelen Granufinken“. Dieses Trio besteht aus drei rüstigen Rentnern und zwar Peter Kempermann (früher Frontmann der Rabaue), Peter Lys und Josef Holzapfel. Diese Drei hatten früher schon zusammen musiziert und mittlerweile haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, die alten Karnevalslieder in Ehren zu halten, was ihnen auch an diesem Vormittag toll gelang.

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